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Der Mond ist aufgegangen
Text [Formkommentar]
Parodie von Dieter Höss
Lied des Astronauten
Der Mond ist aufgegangen
1.
Der Mond ist eingefangen,1
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von Sonden schon begangen,
von Fotos wohlvertraut.
Das All steht schwarz und schweiget,
doch aus Raketen steiget5
Schon hie und da ein Astronaut.
2.
Noch ist der Kosmos stille
und in der Kapsel Hülle
so traulich und so hold
als wie ein leeres Zimmer,10
das nur der Sterne Schimmer
erreichen und erhellen sollt.
3.
Wenn wir darein nun treten,
was nützet unser Beten,
daß es so traulich blieb?15
Da wir doch weiterfahren,
herrscht hier in ein paar Jahren
bestimmt der schlimmste Hochbetrieb.
4.
Wir tollen Menschenkinder
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sind mächtige Erfinder20
und machen nirgends halt.
Wir holen uns die Sterne,
selbst Venus, die noch ferne,
und wenn es sein muß, mit Gewalt.
5.
Wie bist du, Welt, von weitem25
so still. Von deinem Streiten
spürt man hier keinen Hauch.
Herr, schütze meine Reisen
und laß mich ruhig kreisen -
und meinen toten Nachbarn auch.30
Dieter Höss: Schwarz Braun Rotes Liederbuch. Bergisch Gladbach 1967, S. 52.
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