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Der Mond ist aufgegangen
Text [Formkommentar]
Parodie von Gerd Knabe
Die Saat ist aufgegangen
1.
Die Saat ist aufgegangen,1
167
Protest-Plakate prangen,
Krawalle überall.
Und Bonn steht da und schweiget,
weil sich kein Ausweg zeiget5
aus dem besagten Staatsverfall.
2.
Vorbei die Zeit, die stille.
Da hilft auch keine Pille,
kein neues Wahlgesetz.
Und durch des Aufruhrs Wolken10
erkennt man nun die Folgen
vom ew‘gen Widerstands-Geschwätz.
3.
Es bröckeln die Fassaden,
die Republik geht baden
und langsam wird es Nacht.15
Der Mond ist aufgegangen,
doch keine Sternlein prangen,
die hab‘n sich aus dem Staub gemacht.
4.
So trägt bei fahlem Lichte
die Göttin der Geschichte20
in ihr Notizbuch ein:
»Die Saat ist aufgegangen,
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der Staat ist draufgegangen,
und keiner will‘s gewesen sein.«
Gerd Knabe: »Die Saat ist aufgegangen« (1967). In: Die Lage war noch nie so ernst. Eine Geschichte der Bundesrepublik in ihrer Satire. Königstein 1984, S. 167.
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